Auf Schusters Rappen oder „Warum tun wir uns das eigentlich an?“

Auf Schusters Rappen oder „Warum tun wir uns das eigentlich an?“

30.09.-03.10.2011

Im Rheinland-Pfälzischen Ort Hauenstein an der französischen Grenze fand der Ironscout 2011 statt. Der Ironscout lehnt sich an den legendären Ironman an und versteht sich als eine Art Langstreckenlauf mit gleichzeitiger Absolvierung von Stafettenposten. Für die Ausführung der Postenaufgaben werden Punkte vergeben und am Ende wird anhand dieser Punkte der Sieger der Läuferteams geehrt. Insgesamt konnten 17 Stationen auf einer Strecke von 75km besucht und absolviert werden. Die Teams wurden nach gelösten Aufgaben, pfadfinderischen Auftreten und Verhalten, sowie nach Durchhaltevermögen bewertet. Die Teams selbst durften die Stationen ebenfalls bewerten. 

Natürlich ließen sich es unsere Rover und Leiter nicht nehmen auch ein Team an den Start zu schicken. Somit wurden die Wanderschuhe geputzt, die Zelte verpackt und schon ging es los in das knapp 400km entfernte Hauenstein. Nach der Ankunft und dem Zeltaufbau konnte sich jeder bei einem gemütlichen Lagerfeuer mental auf die Wanderschaft vorbereiten.

 

Um 14 Uhr gingen die ersten Teams, zeitversetzt, los. Daher hatten wir noch den ganzen Tag zum ausruhen. Um 18.10 Uhr war es auch für unser Team, „Flinke Hände, Stinke Füße“ (eine Anspielung auf ein Pfadfinderlied) soweit. Die Regeln wurden allen Teammitgliedern erklärt und die Karte wurde studiert, um den ersten Posten auf möglichst idealem Wege zu erreichen. Auf dem Weg dorthin konnten wir noch einen Gutsel-Punkt abgreifen. Diese waren ebenfalls auf der Karte eingezeichnet und gaben Extrapunkte.

 

Es war bereits dunkel als wir die erste Station erreichten. Die „Black Forest Party People“ luden zu Karaoke ein. Da sich Stephan zum geborenen Sänger berufen fühlt, durfte er sich das Mikrophon schnappen und „Die perfekte Welle“ trällern. Eine mehr oder wenige passende Tanzeinlage vom restlichen Team untermalte sein Talent und brachte die Jury zum toben. Ein gewisser Musikproduzent wäre bestimmt begeistert. 😉

 

Nach einer kurzen Pause ging die Reise durch den hügeligen Pfälzer Wald auch schon weiter. Unser nächstes Ziel war eine Station an einem kleinen See. Die Station mit dem Namen „scAuTOM“ schickte uns auf eine Zeitreise durch die verschiedenen Lebensphasen des Gründers der Pfadfinderbewegung: Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, 1. Baron Baden-Powell(oder kurz BiPi). Unser Team wurde in drei Gruppen aufgeteilt und jeder wurde in eine andere Zeitepoche geschickt um einen Computer-Code zu knacken. Es mussten unter Zeitdruck Raketen gebaut, Laser mit Spiegeln umgelenkt und Feuer entfacht werden um an die einzelnen Codes zu kommen. Am Ende wurden wir mit drei Botschaften von BiPi belohnt und konnten unser Abenteuer fortsetzen.

 

Über Stock und Stein ging es weiter, natürlich nicht ohne weitere Gutsel-Punkte mitzunehmen, in Richtung Gefängnis. Als wir die Station „Knast ist besser als Ponyhof“ erreichten, wurden wir bereits von zwei Polizisten verhaftet und in Untersuchungshaft verbracht. Dort konnte man sich ein bisschen ausruhen und aufwärmen. Bis uns dann die schreckliche Nachricht erreichte. Wir sollen regelwidrig öffentliche Verkehrsmittel benutzt haben. Unsere Strafe: 5 lange Jahre Gefängnis. Kurz darauf wurden wir auch schon abgeführt. Unser neuer Zellengenosse „Bronko“ war gar nicht begeistert. Schließlich hatte er Anspruch auf eine Einzelzelle. Allerdings konnte er auch eine Chance wittern, um den unliebsamen Knast zu entkommen. Seine Tante Erna hatte ihm nämlich einen Kuchen mit Ausbruchswerkzeug geschickt. Da Bronko aber hungrig war, hatte er das Werkzeug mitgegessen. Unsere Aufgabe war es, dass Werkzeug aus dem Klo zu fischen. Gesagt, getan. Als wir eine Schwachstelle in der Zelle entdeckten und drei Teammitglieder bereits auf dem Gefängnishof waren, ging der Alarm los und eine Klappe versperrte den Weg für die anderen nach draußen. Glücklicherweise war das Werkzeug hilfreich. Die Klappe konnte mit Hilfe von Werkzeug und Teamwork überwunden werden. Nun hieß es den Alarm auszuschalten. Ein Unterfangen, das sich als sehr schwierig herausstellte. Wir ließen den Alarm links liegen und hatten nur noch ein Hindernis in die Freiheit zu überwältigen: Einen reißenden Fluss. Auch hier war Tante Erna hilfreich. Sie hatte bereits ein Seil auf der anderen Seite des Flusses um einen Baum gewickelt und rüber geworfen. Wir mussten das Seil nur noch unsererseits um einen Baum wickeln und rüber klettern. Wir waren wieder in Freiheit und die umfangreiche Aufgabe war gelöst.

 

Nach einer kurzen Stärkung ging es weiter zur nächsten Station. „5 Minuten Attacke (tut auch keinem weh) “ war ein bunter Märchenwald mit Zwergen und Prinzessinnen. Es wurden drei Aufgaben gestellt für die wir je 5 Minuten Zeit hatten. Die erste Aufgabe war ein Quiz zu dem Grimm Märchen: „Der Froschkönig“. Benedikt hatte die Ehre den Froschkönig zu spielen und musste sich ein umständliches Kostüm anziehen. Unsere Aufgabe war es das Quiz zu lösen. Die des Froschkönigs war es, die Lösungen aus einem „Brunnen“ zu fischen und zurückzubringen.

 

Die zweite Aufgabe gestaltete sich bereits ein wenig schwieriger. Das blinde Rotkäppchen musste sich einen Weg nach Hause bahnen. Dazu wurden Christina die Augen verbunden und sie konnte mit der Hilfe von Tristan und Kai durch einen Parcours manövriert werden. Bei der dritten Aufgabe war unsere Kreativität gefragt. Ein Lebkuchen-Haus aus Keksen und allerlei Süßigkeiten verlangte allen ihre Baukunst und Verzier-Fähigkeiten ab. Jeder Architekt sollte sich von uns mal eine Scheibe abschneiden 🙂

 

Wir waren alle geschafft aber eine Aufgabe sollte noch bezwungen werden. Ein steiler Abhang verlangte Bergsteiger-Fähigkeiten von jedem Teammitglied. Nach einer langen Kletterei wurden wir aber kurz danach mit einem wunderschönen Sternenhimmel belohnt. Es wurden Satelliten und Sternschnuppen gesichtet. Eine wirklich traumhafte Pause von den Strapazen dieser Nacht.

 

Mehrere Kilometer und Höhenmeter waren aber noch zum Zeltplatz zurückzulegen. Daher machten wir uns bald wieder auf den Weg. Wir liefen bis in den Sonnenaufgang hinein und hatten einen tollen Ausblick auf die Berge. Um 8 Uhr morgens sind wir am Zeltplatz angekommen und wir waren alle froh, dass die geschundenen Füße endlich von den Wanderstiefeln befreit werden konnten.

 

Nach einem erholsamen Schlaf und einer langen Dusche, trafen sich alle Teilnehmer zu einem großen gemeinsamen Essen. Es wurden ebenfalls die Sieger gekürt. Das „Flinke Hände, Stinke Füße“-Team freut sich über einen ordentlichen 96. Platz. Alle gesteckten Ziele waren erreicht. Nun ging es zu einem tollen Konzert mit dem „Dorfdisco Projekt “ aus Hauenstein und Umgebung. Eine große Feier, die sich jeder Teilnehmer des Ironscout redlich verdient hat…

 

Trotz schmerzender Füße sollte beim nächsten Ironscout wieder mit uns gerechnet werden… Vielleicht sogar mit mehr als einem Team?! 🙂

Von Tristan Steinrötter

 

Bilder sind in der Galerie zu finden.











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